2026-03-12T00:00:00+01:00
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Der Rheingraben zwischen Basel und Frankfurt bildet eine markante geologische Struktur in Europa. Seit etwa 50 Millionen Jahren  senkt sich der Graben bis zu ca. 3500 m ab, während die Flanken teils über 2500 m herausgehoben wurden. Im Schwarzwald und  vorderen Odenwald treten durch diese Hebung kristalline Gesteine an die Oberfläche. Die ehemals darauf lagernden Sedimente der Trias und des Juras wurden erodiert, sind aber an den Flanken des Grabens teils noch erhalten bzw. sichtbar. Im Graben selbst lagern über dem kristallinen Grundgebirge außer mesozoischen und Sedimenten aus dem Rotliegenden i.w. Ablagerungen aus dem Tertiär  (Mergel, Tone, Sandsteine, etc. ).

Quartäre Sande, Kies, Schotter und teils auch Löß bilden den oberen Abschluss. Vor allem im Kaiserstuhl aber auch an den seitlichen Bruchzonen sind vulkanische Schmelzen aufgestiegen. Die tiefgreifenden randlichen Störungszonen bilden u.a auch Wegsamkeiten für aufsteigende Thermalwässer. Diese geothermischen Wässer werden teils zur Energiegewinnung genutzt. Bei Landau enthalten die
aus der Tiefe geförderten Wässer Lithium. Am 5.12.25 erfolgte der Spatenstich für ein Großprojekt in Form einer kombinierten Geothermie-und Lithiumchlorid Extraktionsanlage.

In älteren Sedimenten des Tertiär kam es zu Ablagerung von erdölführenden und salzhaltigen Schichten, die bergbautechnisch abgebaut bzw. gefördert wurden. Infolge aufsteigender hydrothermaler Wässer auf den Abbruchzonen innerhalb der kristallinen Gesteine des Schwarzwalds und Odenwalds kam es zur Anreicherung von Erzen ( u.a. Eisen, Blei, Silber, Zink, Kobalt, Nickel, Uran, Schwerspat und
Flussspat ). Besonders im Schwarzwald hatten diese Vorkommen teils wirtschaftliche Bedeutung.

Geologische Prozesse führten also zur markanten Form des Rheintals mit seinen spezifischen Ablagerungen und geothermalen Besonderheiten. Der Absenkungsprozess wurde und wird immer noch von kleineren und mittleren Erdbeben begleitet.

Auch der Kaiserstuhl ist das Ergebnis geologischen Geschehens. Der Weinanbau dort sowie die teils außergewöhnliche Tier- und Pflanzenwelt stehen in engem Zusammenhang mit den geologischen Gegebenheiten. Ein besonders auffälliger Vertreter dieses Lebensraums ist z.B der Bienenfresser, der dort in den Lößablagerungen über dem vulkanischen Gestein sein Zuhause gefunden hat.

Im Anschluss besteht nach dem Vortrag von Reinhold Jungmann ausreichend Zeit für Fragen. Gäste sind herzlich willkommen. Die Veranstaltung ist zugleich eine Einführung für die dreitägige Exkursion zum Kaiserstuhl wenige Wochen später vom 5. bis 7. Mai 2026.

Info: Walter Tydecks, Tel. 06251 39470 E-Mail walter@tydecks.info

Details

  • Datum: 27. März
  • Zeit:
    14:30 - 16:30
  • Veranstaltungskategorie:

Veranstaltungsort

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