50plus Bergstrasse Logo 50plus-aktiv Historie

 

Wie alles anfing mit 50plus-aktiv...

Das "Haus am Maiberg" wurde 1955 vom Bistum Mainz zur Durchführung "sozialwissenschaftlicher sowie sozialethischer Wochenkurse" erworben. Die Bildungsstätte wurde in den 60er Jahren erweitert und 30 Jahre später nach einer Komplettsanierung als "Akademie für politische und soziale Bildung der Diözese Mainz" 1998 wieder eröffnet.

Mit der Wiedereröffnung wurden im Bereich Erwachsenenbildung neue Zielgruppen in den Blick genommen. Das Angebot zu einer sogenannten "LernWerkstatt 50plus", die als Kooperation verschiedener Bildungsträger im Kreis Bergstraße im Haus am Maiberg angeboten wurde, fand so viel Interesse – zur ersten Informationsveranstaltung kamen fast 100 Personen – dass gleich zwei LernWerkstätten auf den Weg kamen: eine "Kreativ–Lern–Werkstatt" mit 20 Teilnehmern und eine "EDV–LernWerkstatt" mit 15 Personen. Jede LernWerkstatt traf sich insgesamt 12 Mal zu wöchentlichen moderierten Sitzungen, um auf unterschiedlichen Wegen (Austausch von Talenten bzw. Beschäftigung mit dem PC), aber immer gemeinsam und selbstorganisiert ins sogenannte "Dritte Lebensalter" aufzubrechen.

Am Ende der beiden LernWerkstätten fügte es sich, dass die Bildungsarbeit mit 50plus im Rahmen eines Projektes zum Thema "Lernen 2000+ – Initiative für eine neue Lernkultur" im Haus am Maiberg fortgesetzt werden konnte. Unter der Überschrift "Partizipation" sollten neue Zielgruppen gewonnen bzw. neue Lern– und Lehrformen ausprobiert werden. Titus Möllenbeck war als Referent für Erwachsenenbildung ja bereits in der LernWerkstatt engagiert; sein Angebot für eine weitere Begleitung stieß auf positive Resonanz bei den Teilnehmern/innen der beiden LernWerkstätten, die sich zudem im Haus am Maiberg wohlfühlten.

Das Projekt startete bezeichnenderweise mit einer "Zukunftswerkstatt", in der verschiedene Themen entwickelt wurden, die bis heute "lebendig" sind, u. a. die vielen "Bildungs– und Begegnungsreisen "Unterwegs mit 50plus" oder die "Wandergruppe", die kreative Auseinandersetzung unter dem Aspekt "Spielplatz der Generationen" oder auch die anspruchsvolle thematische Auseinandersetzung "Miteinander lernen".

Zwei Jahre dauerte das Projekt und war für alle Beteiligten ein großer Gewinn: vor dem Hintergrund gewaltiger Veränderungen im demografischen Bereich – die Menschen werden immer älter und bleiben im Ruhestand immer länger fit – wurde hier eine sinnvolle Lebensgestaltung in einem sozialen und politischen Bildungskontext konkret, wobei das kreative Miteinander von Anfang an eine zentrale Rolle spielte. So lautete das Motto: "Nichts mehr tun müssen, vieles tun können und wollen – offen und frei (sein)!"

Sowohl in der LernWerkstatt als auch im Rahmen des Projekts artikulierten die Teilnehmenden immer wieder, dass sie die traditionellen und bekannten "verschulten" Möglichkeiten zur Wissenserweiterung in der Freizeit nicht zufrieden stellten. Vielmehr möchten sie sich gern ohne Zwänge auf Lernen als ein fortwährendes Abenteuer einlassen, Zeit – ohne institutionelle Vorgaben – miteinander sinnvoll gestalten und offen sein für neue Lernerfahrungen. Am Beginn des Ruhestandes möchte 50plus, sich "mitten im Leben" begreifend, ohne langfristige Planungen über die eigene Zeit frei verfügen und sich gelegentlich auch spontan entschließen können, an etwas teilzunehmen – oder auch nicht.

Schon hier wird die Balance zwischen Freiheit und Verbindlichkeit deutlich, um die auch nach Ende des Projektes weiter gerungen wurde. Denn es entwickelten sich weitere Gruppen und Kreise und schließlich der Wunsch, der Initiative einen Namen und ein Logo zu geben, in dem das Selbstverständnis deutlich wird: "50plus-aktiv an der Bergstraße" nannte sich die Initiative, die bewusst keine Vereinsstrukturen haben wollte. So wurden schließlich der Gruppensprecherkreis (G–Kreis) und ein Koordinationsteam (K–Team) eingeführt, als die Zahl der 50plus–Aktiven und der Aktiv–Gruppen zu umfangreich wurde.

Nach bald 15 Jahren hat sich 50plus–aktiv wieder verändert. Es geht nun nicht mehr um den Übergang vom Berufsleben in den Ruhestand, sondern um die Gestaltung des Ruhestands im Kontext vieler Altersbilder – wohl wissend, dass man eine Pilotgeneration darstellt. Zudem kommt zunehmend auch das "vierte Lebensalter" in den Blick und damit auch die Themen "Krankheit, Tod und Leben" bzw. die Gestaltung des "Überganges". Auf jeden Fall bleibt "50plus–aktiv an der Bergstraße" weiter eine lebendige Initiative, die gerne "neue Wege geht" und in fruchtbarem Dialog mit dem Kooperationspartner Haus am Maiberg die Erwachsenenbildungslandschaft am Maiberg ergänzt – und weiter jung hält!